Gartenbauunterricht

Gartenbauunterricht an der freien Waldorfschule Westpfalz in Otterberg

Wer-wie-was? Wieso-weshalb-warum?

Der biologisch-dynamisch bewirtschaftete Garten ist vielfältig im Schulgeschehen eingebunden. Die Kinder der Schule und des Kindergartens beginnen bereits früh sich mit diesem zu verbinden.

Zur Ackerbauepoche kommen die Kinder der dritten Klasse das erste Mal tatkräftig in unseren Schulgarten. Dort finden sich hinter den Gemüsebeeten zwei kleine Ackerflächen. Gemeinsam pflügen und eggen wir die Flächen und säen Wintergetreide aus. Später wird dieses mit dem/der Klassenlehrer*in geerntet, gedroschen, zu Mehl gemahlen und zu Brot gebacken.

Von der fünften bis zur achten Klasse erleben die Schüler*innen im Garten wöchentlich den Umgang mit Erde und Pflan­zen im Jahreslauf. Im zeitigen Frühjahr werden die Beetflächen auf die anstehende Gemüsesaison vorbereitet und bald schon säen und pflanzen wir die ersten Gemüsekulturen aus. Die angelegten Beetflächen werden gepflegt und beerntet, Wildkräuter und Früchte gesammelt und verarbeitet. Im Herbst und Winter schneiden wir die den Garten einfassenden Hecken und reparieren die Zäune. Wir beschäftigen uns eingehend mit dem Kompost und der Bodenbildung.

So bewahren wir in unserem Schulgarten einen möglichst vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen und können erleben, wie die Ernährungsgrundlage des Menschen – und damit die Grundlage der menschlichen Kultur – entsteht. Wir erleben unsere Wirksamkeit unmittelbar und sind herausgefordert uns gemeinsam und ausdauernd einer Sache zu widmen. Wir erfahren viel über die Verbindung von Mensch und Natur. Wir erahnen große Zusammenhänge und machen uns die Wichtigkeit der kleinsten und unscheinbarsten Lebewesen klar.

In der Oberstufe fließen zunehmend ökologische Zusammenhänge, kulturgeschichtliche Bezüge und biologische Details mit in die praktische Arbeit ein und ermöglichen Querbezüge zu anderen Fächern. In der neunten Klasse fahren die Schülerinnen gemeinsam für zwei Wochen auf einen biologisch-dynamisch bewirtschafteten Hof und lernen vielfältige angegliederte Bereiche der Landwirtschaft (Käserei, Bäckerei, Tierhaltung) kennen. In der zehnten Klasse findet eine Epoche zum Obstbaumschnitt statt. Die Schülerinnen der elften Klasse widmen sich im Zuge einer Epoche der Veredelung von Obstbäumen oder Rosen.

In der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schafft der Gartenbau einen Rahmen, in dem Fähigkeiten wie das Bedenken der eigenen Handlungen, das Urteilsvermögen, das Erkennen übergeordneter Zusammenhänge sowie soziales Miteinander geübt werden.

Diese Grundlage kann der fruchtbare Boden sein, auf dem alles wächst und gedeiht…
Jenny Wertheimer

Stadtentwicklung und Architektur: Exkursion nach Hamburg

Die 13. Klasse machte sich auf eine fächerübergreifende Exkursion mit den Kolleg*innen Frau Gillmann für Geographie sowie Herrn Valentin Boomes und Frau Thomas für Kunst. Im Fokus stand der Hamburger Stadtteil Hafencity mit den Schwerpunkten Entstehung, Waterfrontdevelopment, Nachhaltigkeit und Architektur.

Den im Entstehen begriffenen, noch mit zahlreichen Baustellen versehenen Stadtteil konnte die Klasse mit fachkundiger Führung durch das Hafencitymuseum in seinem Facettenreichtum erleben. Hier beeindruckte das Nebeneinander von Wohnen, Schule, Studium, Arbeiten, Tourismus und Hafen in unmittelbarem Bezug zur Speicherstadt, die seit 2015 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Im Fokus der Architektur standen der Bau der Elbphilharmonie durch Herzog & de Meuron sowie die Deicherhöhung durch Zaha Hadid. Beide Bauten beziehen sich auf das Gegebene, lassen die soziale Komponente der Architektur erlebbar werden und verführen den Neugierigen zum Verweilen. Ein Konzertbesuch im Kleinen Saal der von den Hamburgern liebevoll genannten „Elphi“ sowie Zeit zum Zeichnen rundeten die viertägige Fahrt ab.
Annette Thomas

Das römische Reich in der 6. Klasse

Die Schüler*innen der 5. Klasse setzten sich auf unterschiedlichste Weise mit den Römern auseinander.

Die 6. Klasse beschäftigte sich in ihrer letzten Epoche mit dem römischen Reich. Neben den wichtigen geschichtlichen Informationen interessierten sich die Schülerinnen natürlich für das Leben im römischen Reich. Frau Brass, die Klassenlehrerin, bot verschiedene Themen für Referate an, die Schülerinnen konnten aber auch eigene Themen erarbeiten.

Die Ergebnisse wurden dann der Klassengemeinschaft vorgestellt und bereichterten so den Blick auf diese Epoche.

Wie lebten die Menschen im römischen Reich? Welche Mahlzeiten aßen sie? Wie funktionierte die Gesellschaft? So gab es einen Vortrag über die römische Küche, in dem die Mitschüler*innen erfuhren, welches die Grundnahrungsmittel im römischen Reich waren. Die Klasse aß testweise im Liegen und trank Traubensaft mit Honig. Genauso waren Sklaverei und Gladiatoren ein Thema, eine Schülergruppe beschäftigte sich mit dem römischen Theater und erarbeitete ein selbstgeschriebenes Theaterstück. Römische Spiele sind bis heute in unserem Kulturkreis verankert, so lernte die Klasse bei einem Referat, dass das Spiel „Mühle“ bereits in Rom gespielt wurde, genauso wurden Spiele mit Körnern zum Zählen von geraden und ungeraden Zahlen gespielt und ein auf den Boden aufgezeichnetes Spiel.

Die römische Baukunst war ebenfalls Thema eines Referats, es entstand ein Modell des Pantheon. Ein weiteres Architekturmodell veranschaulichte die römische Kriegskunst anhand eines römischen Castells oder anhand der damals verwendeten Waffen (z.B. das Kurzschwert).

Insgesamt entstand so ein allumfassender Eindruck, der weit über die geschichtlichen Daten hinausreichte und lebendige Möglichkeiten bot, sich mit der geschichtlichen Epoche zu verbinden.

Die Schüler*innen wählten unterschiedliche Themen für ihre Referate, so z.B. Das Thema „römische Legion“ , „römische Spiele“, „Ernährung im römischen Reich“, oder das Thema Architektur.

Die Ackerbauepoche der 3. Klasse

Im September fand die Ackerbau-Epoche unserer dritten Klasse statt: Zunächst bereitete Frau Jost, die Klassenlehrerin, die Kinder eingehend auf die anstehenden Tätigkeiten auf dem Feld vor. Die Kinder lernten die wichtigsten Getreidearten kennen und beschäftigten sich damit, was alles notwendig ist, damit das in die Erde gelegte Korn keimen kann und zu einer neuen Pflanze heranwächst, die im nächsten Jahr Ähren mit vielen Körnern entwickelt:

Sonne, Wind und Regen müssen zusammenwirken, damit der Boden feucht, locker und warm ist; als Helfer sorgen Regenwürmer, Ameisen und viele weitere Bodentiere für ein krümeliges und fruchtbares Saatbett, in dem das Samenkorn aufgehen kann.

Und schließlich sind es die Tätigkeiten der Bauersleute, das Pflügen, Eggen und genaue Ausbringen der Körner, die stets wichtig dafür waren, dass die Saat zu reicher Ernte heranwachsen konnte, so wie es auch heute, wenngleich unter Zuhilfenahme von Maschinen, immer noch ist.

Täglich sangen die Kinder das Lied vom kleinen Samenkorn, das in der dunklen Erde schläft, bis es von der Sonne geweckt wird und zu einer prächtigen Getreidepflanze heranwachsen kann; festen Schrittes durchschritten sie die Gänge zwischen ihren Tischen, um den Säerspruch von Conrad Ferdinand Meyer zu deklamieren, der ihnen den Rhythmus des Säens vorgab. In den Epochenheften entstanden zu den Texten farbenprächtige Bilder.

Am meisten aber freuten die Mädchen und Jungen sich darauf, praktisch tätig zu werden und den eigenen „Drittklass-Acker“ im Schulgarten zu bestellen.

Endlich war es so weit: Angeleitet von den beiden Lehrkräften im Gartenbau, Frau Wertheimer und Herrn Boomes, ließ sich die ganze Klasse vor den Pflug spannen. Unter anfeuernden Rufen zogen alle zusammen an einem langen Seil Furche um Furche, hin und her, her und hin, und so manchem wurde dabei ordentlich warm.

Für die Lehrkräfte war es schön zu erleben, wie unterschiedlich die Kinder mit der Herausforderung umgingen: Während einzelne nach den ersten gezogenen Furchen müde wurden und sich still auf die Pause freuten, war anderen auch gegen Ende der vorgesehenen Zeit keine Ermattung anzumerken und sie hätten wohl noch weiter geschafft. Allen schmeckte im Anschluss das Frühstück doppelt gut; wie es eben so ist nach getaner Arbeit…

Ein paar Tage später wurden die groben Schollen mit der Egge nach dem gleichen Prinzip in feine Krümel zerteilt, alle Kinder an einem Strang ziehend. Schließlich wurde gesät: Jedes Kind bekam ein Säckchen mit Winterroggen, der mit weiten, gleichmäßigen Würfen im steten Schritt auf dem Feld ausgebracht wurde, verbunden mit einem Säerspruch von Conrad Ferdinand Meyer:

Bemesst den Schritt!
Bemesst den Schwung!
Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht.
Die Ruh ist süß.
Es hat es gut.
Hier eins, das durch die Scholle bricht.
Es hat es gut. Süß ist das Licht.
Und keines fällt aus dieser Welt
Und jedes fällt, wie’s Gott gefällt.

In den kommenden Herbstwochen werden die Kinder immer einmal wieder nachschauen gehen, wie weit ihre Pflanzen denn schon sind, und sie hoffen, dass die irdischen und himmlischen Helfer ihrem Korn gewogen sind. Und tatsächlich: Der Roggen ist gut aufgegangen, er soll ja als kleines Pflänzchen in den Winter gehen.

Die Klasse beging kurz vor den Herbstferien das Erntedankfest mit selbst zubereitetem Apfelmus, für das sie die Äpfel gemeinsam mit Frau Jost gesammelt hatten.

Im nächsten Jahr wird es dann hoffentlich kleine Brote geben, gebacken aus dem dann geernteten, gedroschenen und gemahlenen Roggen…

Aber bis es so weit sein wird, gibt es noch viel zu tun!
Ulla Bunsen

Sankt Martin 2021

Nachdem im vergangenen Jahr der Laternenumzug leider ausfallen musste, freuten sich die Kinder in diesem Jahr mit Sehnsucht und voller Spannung auf Sankt Martin. Laternen wurden eifrig in der Schule gebastelt und der Geschichte von Sankt Martin gelauscht, zuhause wurden Windlichter gestaltet und Martinsgänse gebacken. Alle halfen bei den Vorbereitungen mit, wo sie konnten.

Am Donnerstag, dem 11. November, war es dann endlich so weit: Bei bestem Novemberwetter konnte die 2. Klasse gemeinsam mit der 1. Klasse ein wunderbares Sankt-Martins-Fest feiern. Nachdem der Weg durch den Schulwald am Feldrand entlang zur Apfelwiese zuvor mit Windlichtern gesäumt worden war, ging es gegen 18 Uhr los. Die fröhlichen Martins-
lieder waren auf dem ganzen Schulgelände, quer durch den Schulwald, deutlich zu hören.

Nach dem Laternenumzug fanden sich alle auf dem Schulhof wieder, wo das große Martinsfeuer bereits tief in die Dunkelheit leuchtete. Es wurde noch weiter gesungen, zwei große Kessel-Öfen voller Punsch standen bereit, die Martinsgänse wurden überreicht und rund um das Feuer ließ es sich gut noch ein wenig plaudern.

Als besondere Überraschung kam Sankt Martin auf seinem Ross den Weg herunter geritten und die Kinder drängten sich neugierig um das Tier.

Nach ein paar schönen und stimmungsvollen Stunden konnten alle die wunderbar freudige Stimmung dieses gelungenen Lichterfestes in Gedanken mit nach Hause nehmen.
Mathilde Strobel

Apfelsaftprojekt der 7. Klasse: Saff-Taff

Traditionell wird an unserer Schule in der 7. Klasse das Apfelsaftprojekt durchgeführt. Dabei erleben die Schüler*innen alle Schritte der Produktion – vom Apfel am Baum bis hin zum fertigen Saft – hautnah mit. Sie lernen unter anderem sich als Gruppe zu organisieren, Arbeitsabläufe zu strukturieren und bei Bedarf selbstständig anzupassen. Die körperliche Arbeit und die unmittelbaren Erlebnisse in der Natur eröffnen zudem viel Raum für soziale Begegnungen innerhalb der Klasse. Vor dem Verkauf werden dann gemeinsam alle Berechnungen angestellt, um einen Preis festzulegen. Der Erlös des Verkaufes kann für die Klassenkasse (z.B. für die Achtklassfahrt im kommenden Jahr) genutzt werden.

Nachdem das Projekt coronabedingt im letzten Jahr nur im kleinen Rahmen stattfinden konnte, durfte sich die 7. Klasse in der Woche vor den Herbstferien vier Tage lang voll und ganz auf die Apfelsaftproduktion konzentrieren. Die 34 Schüler*innen wurden dabei von Frau Wertheimer, Herrn Boomes, Herrn Wilhelm, Frau Neumann und einigen helfenden Eltern begleitet.

Eine Schülerin berichtet (Lovis Scheipers)
Montag, 04.10.21

Gleich am ersten Tag teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Während meine Gruppe im Schulgarten Äpfel pflückte, bauten die anderen die Stationen zur Saftproduktion auf. Die gesammelten Äpfel wurden in eine Art Bällebad gekippt, das uns als Lager diente. Von dort aus durchliefen sie dann die Verarbeitungsstationen: Waschen, Entkernen, Schneiden und Häckseln. So erhielten wir eine Art Apfelbrei, der anschließend in die Presse gekippt wurde. Sobald die Presse voll war, wurde sie ganz feierlich angeschmissen (siehe Bilder). Nach einer wärmenden Pause mit leckerem Kräutertee wurden die Gruppen gewechselt, sodass jeder mal an jeder Station mithelfen durfte. Wir erreichten unser Tagesziel: eine Presse (ca. 60 Liter Saft) und 1000 zusätzliche Äpfel.

Dienstag, 05.10.21
An diesem Tag durfte meine Gruppe (die Hälfte der Klasse) mit den Schulbussen auf eine Apfelwiese nach Dannenfels fahren, während die andere Gruppe zum Weiterschnippeln in der Schule blieb. Auf der Busfahrt vertrieben wir uns mit Witzen und Liedern die Zeit. Die Apfelwiese glich eher einer Plantage. Es wurde gepflückt und gepflückt und gepflückt…. volle Körbe wurden zu den Bussen getragen und ausgeleert, es wurde gegessen und getrunken und gestritten und wieder vertragen und dann doch nicht und so weiter…. Als unsere Busse voll waren, sind wir zurück nach Otterberg gefahren. Bei der Rückfahrt war es ungewöhnlich still im Bus, denn alle waren müde und es ist sogar jemand eingeschlafen. An diesem Tag schafften wir zwei Pressen Saft und sammelten 2000 zusätzliche Äpfel.

Mittwoch, 06.07.21
Heute durfte die andere Gruppe zum Sammeln wegfahren und wir blieben an der Schule. Beim Schnippeln wurde stundenlang fleißig gesungen. Seitdem weiß ich ganz genau, wie man „Simsalabimbambasaladusaladim“ ausspricht. Im warmen Gartenbauraum durften einige Glückliche Jobs wie Abfüller, Deckelzudreher, Hinreicher, Hebelaufmacher und Flaschenerwärmer übernehmen. Der Saft wurde auf 75-80°C erhitzt, dadurch haltbar gemacht und dann in Flaschen und Beutel abgefüllt.

Donnerstag, 07.07.21
Dieser Tag war der letzte Tag, weshalb er etwas Besonderes war. Am Morgen wurden gleich ein paar Freiwillige gefunden, die für die ganze Klasse Apfelkuchen und so eine Art Proteinkekse aus den Resten vom Apfelpressen backten. Alle anderen gingen wieder an ihre gewohnte Arbeit, denn das Apfellager war noch gut gefüllt und die restlichen Äpfel mussten verarbeitet werden. Wir schnippelten also extra schnell. Auch wenn nach 3 Tagen Schnippeln der Enthusiasmus natürlich zwischendurch mal nachlässt, schafften wir es, beinahe alle gesammelten Äpfel zu Saft zu verarbeiten. Unsere Mühen wurden am Ende mit warmem Apfelkuchen und Eis belohnt und natürlich mit unserem leckeren Apfelsaft, den wir anschließenden unter dem Namen Saff-Taff an die Schulgemeinschaft verkauften.

Fakten
es wurden 435 Liter Saft verkauft
Durchschnittlich aßen die Schüler*innen pro Tag 2,5 Äpfel, tranken 2 Tassen Tee und 2 Tassen Apfelsaft

Lovis Scheipers, Jana Neumann

30 Jahre Freie Waldorfschule

Was als große Veranstaltung in der Fruchthalle geplant war und dann coronabedingt abgesagt werden musste, konnte nun in kleinem Rahmen am 25. 09. 2021 auf dem Schulhof der Freien Waldorfschule Westpfalz stattfinden: Die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Waldorfschule in Otterberg.

Weiß dekoriert, in Anlehnung an ein „Diner en blanc“, sorgten die auf dem Schulhof angeordneten Tische für eine festliche Stimmung. Jede Familie konnte einen Tisch für das selbst mitgebrachte Picknick nutzen. Für die Lehrerschaft begrüßte Thomas Weithäuser die Gäste in einer kurzen Ansprache, abgerundet durch ein Lied mit seiner 4. Klasse.

Die Eltern, die heute mit ihren Kindern Teil der Waldorfschulgemeinschaft sind, haben die Anfänge der Schulgründung meist nicht selbst erlebt. Einen Blick auf die Anfänge zu werfen und den Bogen zur Gegenwart zu spannen, dies gelang sowohl der Bürgermeisterin von Otterberg, Martina Stein, als auch Roland Wawrzyniak, einem der Gründungseltern, bei ihren Festreden. So war es z. B. die Waldorfschule, die als erste Schule in Otterberg das Abitur anbot, – 2002 legte die Klasse, die 11 Jahre zuvor als dritte Klasse begonnen hatte, als erster Jahrgang der Schule erfolgreich diesen Abschluss ab. Viele Familien sind in den 30 Jahren wegen der Waldorfschule nach Otterberg gekommen – und aktiver Teil der Verbandsgemeinde geworden.

Mit musikalischen Beiträgen von Barock bis Jazz, ausgeführt durch  Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften, startete das gemeinsame Picknick. 

Stimmungsvoll klang die Veranstaltung schließlich aus mit einem gemeinsamen Kanon, zu dem Wunderkerzen entzündet wurden. Voller Freude blicken wir auf 30 erlebnisreiche Jahre zurück und denken an all die  Menschen, die sich in dieser Zeit mit unserer Schule verbunden haben. Auf die nächsten 30 erfolgreichen Jahre!

Michaeli am 29.9.2021

Der 29. September ist Michaeli Tag.
Den Legenden und Geschichten zufolge kämpft Ritter Georg, als irdischer Vertreter des Erzengels Michael, gegen den Drachen. Er besiegt als Kämpfer für das Gute mit seinem Schwert den Drachen und damit die Kräfte der Finsternis.

„Dieser Drachenkampf symbolisiert letztendlich den Kampf in uns. Michael will die Mutkräfte in uns stärken, damit wir wach werden, niederziehende Kräfte zu erkennen. Wir brauchen Mut, damit wir uns mit den Widersachermächten auseinandersetzen und sie in Ihre Schranken weisen. Mut heißt, etwas zu tun, was wir uns bisher noch nicht trauten, also Neuland zu betreten.“
(aus der Einleitung zu Michaeli von „Unser Sommer und Herbstbuch“, Christel Dhom, Verlag Freies Geistesleben)

Jedes Jahr werden die Kinder der unterschiedlichen Klassen durch Geschichten, Märchen und Gedichte auf die Michaeli-Zeit eingestimmt.

„Zu dieser Zeit sind die Tage so lang wie die Nächte
Doch die Schatten werden immer länger und größer.
Die dunkle Zeit steht bevor
Doch Erzengel Michael steht hinter uns mit seiner Lichtgestalt
und bringt Licht ins Dunkle.
Sein Schwert kann aber nur hell leuchten,
wenn wir selbiges tun, wenn wir aufrecht aus tiefstem Herzen Licht in die Welt strahlen lassen;
Und uns nicht einschüchtern und mitreißen lassen von dem
Bösen. Dazu brauchen wir Menschen Mut.
Ein großes Wort mit nur drei Buchstaben.
Also blicke beherzt in die kommenden Tage und begegne
jeder Situation kraftvoll.
Überwinde deine Angst, egal wie gefährlich das Böse sein mag.
Du wirst sehen, St. Michael ist bei Dir.
Dann wird dein Herbst ein goldener.“

J. Ruffing


Den Tag des Michaelifestes erlebten die Kinder, je nach Klasse, auf unterschiedliche Weise.

So zog die 2. Klasse zu einer Abenteuer-Wanderung in den Wald. Sie mussten Rätsel lösen, Aufgaben gemeinsam meistern und schließlich eine Mutprobe bestehen, welche die Kinder ganz unterschiedlich mit Bravour auf sich nahmen.
Diejenigen Kinder, die sich anfangs etwas schwer taten, wurden von der ganzen Klasse angefeuert und ermutigt, sodass am Ende alle glücklich und voller Stolz die Mutprobe bestanden. Im Anschluss konnte der Drache besiegt werden und es wurde gemeinsam gegessen und „Drachenblut-Trank“ getrunken.

Die 3. Klasse war mit ihrer Patenklasse auf einer langer Wanderung mit Mutproben unterwegs. Im Wald angekommen, wurde eine Slackline zwischen zwei Bäume gespannt. Die ganz mutigen unter den Kindern durften sogar mit verbundenen Augen balancieren. Bei einer gemeinsamen Mutprobe mit den Patenkindern ging das ältere Patenkind voran und führte das jüngere an einem Seil durch ein Waldstück. Natürlich beide mit verbundenen Augen. Die Kinder erlebten diese gemeinsame Erfahrung als ganz besonders aufregend und spannend und kamen stolz und beflügelt nach Hause.

Die 4. Klasse feierte Michaeli auf dem Schulhof mit Gruppen- und Geschicklichkeitsspielen wie z.B. Tauziehen. Dabei kam es nicht umbedingt auf die Stärke an, auch Geschicklichkeit und Wendigkeit waren gefragt. Die Klasse feuerte ihre Kämper*innen lautstark an.
Mathilde Strobel

Waldorfabschluss 2021

Die 12. Klasse an der Waldorfschule ermöglicht neben dem Waldorfabschluss auch den Realschulabschluss. Dieses 12. Schuljahr beinhaltet aber auch große Projekte wie das gemeinsame Klassenspiel der 12. Klasse, den künstlerischen Abschluss mit Steinskulpturen und dem Eurythmieabschluss. Ebenso beschäftigt sich jede/r Schüler*in ein Jahr lang mit einem selbstgewählten Thema und präsentiert dieses beim Abschluss der Jahresarbeiten.

So bildet die 12. Klasse einen in sich runden Abschluss der Waldorfschulzeit, den auch der 12-er Jahrgang 2021 gefeiert hat. Es entstand wieder ein ausdrucksstarker Kunstkatalog sowie eine Eurythmiebroschüre.

Abitur 2021

Die Waldorfschulgemeinschaft gratuliert ihren Abiturient*innen

Die Waldorfschule gratuliert ihrem Abiturjahrgang 2021 zum bestandenen Abschluss. 13 Schüler*innen beendeten die Schulzeit mit dem Abitur, 2 Schüler mit der Fachhochschulreife. Der beste Notendurchschnitt betrug 1,3.

Die 13-er bedankten sich mit ihrem Abischerz bei der gesamten Schulgemeinschaft und den Schüler*innen in Form eines spontan organisierten Schulfestes mit zahlreichen Mitmach-Aktionen wie Yoga, Schuldisco, Kreativ-Aktionen, Beachbar, Schatzsuche und der großen Rate-Show auf dem Schulhof.